
Die 12 Grundprinzipien des Kommunalmanagements (Lokalen Nachhaltigkeitsstrategie) wurden in Übereinstimmung der internationalen UN/OECD Grundprinzipien für Nachhaltigkeitsstrategien und den Aalborg Commitments entwickelt.
Das Modell der Lokalen Nachhaltigkeitsstrategie finden Sie hier (Strategisches Public Managementmodell, pdf).
Vergleich der Instrumte der Kommunalentwicklung: Das Kommunale Nachhaltigkeitsmanagement
Was ist zukunftsfähiges Kommunalmanagement ?
Grundlage zukunftsfähigen Kommunalmanagements ist eine Vision, ein Leitbild mit konkreten Zielen, ein Entwicklungs- bzw. Aktionsprogramm mit Maßnahmen und einem dynamischen Umsetzungszyklus (Kommunales Nachhaltigkeitsmanagement), welche zur Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität einer Kommune führen. Ziel ist es, die "am besten geeignete Strategie" für die Zukunftsfähigkeit der Kommune zu entwickeln, umzusetzen, fortzuschreiben und regelmäßig zu überprüfen (Review/Monitoring).Die Methodik hierzu ist die Kommunale /Lokale Nachhaltigkeitsstrategie (LNS).

Ziel zukunftsfähigen Kommunalmanagement ist die Umsetzung der Vision einer integrativen, prosperierenden, kreativen und zukunftsfähigen Kommune, die allen Einwohnerinnen und Einwohner hohe Lebensqualität bieten.
Es geht um die Sicherung der Zukunftsfähigkeit. Das Leitbild der Zukunftsfähigkeit versteht wirtschaftlichen Wohlstand, soziale Sicherheit und die Stabilisierung der ökologischen Systeme als drei unverzichtbare Dimensionen und Ziele der gesellschaftlichen Entwicklung, die wechselseitig voneinander abhängen. Zukunftsfähigkeit setzt einen tiefgreifenden Wandel von Gesellschaft, Staat und Wirtschaft vorraus. Ziel ist einer LNS ist es auch Bürgerbedürfnisse, Gemeinwohl und Zukunftsfähigkeit aufeinander abszustimmen.

Zukunftsfähiges Kommunalmanagement zielt auf die Umsetzung der Vision zukunftsfähiger Stadt- Kreis- und Gemeindeentwicklung durch die Entwicklung konkreter Ziele (Formulierung einer Gesamtstrategie/Leitbild) und Maßnahmen (Entwicklungsprogramm) einer Kommune ab. Diese sollen den langfristigen Transformationsprozess zur Zukunftsfähigkeit unterstützen. Im Rahmen der Gesamtstrategie werden Einzelziele z.B. bezüglich der Beschäftigung und Infrastruktur, Verkehr, Gesundheit, Wirtschaft, soziale Sicherheit, Natur, Umwelt und Ressourcen entwickelt und alle Fachplanungen mit der Gesamtstrategie abgestimmt.

Zukunftsfähiges Kommunalmanagement umfasst alle kommunalen Handlungsfelder wie z.B. Stadtstruktur, Gesundheit, Soziales, Mobilität, Wohnen, Wirtschaft, Arbeiten, Umwelt, Lernen und Kultur, welche integrativ miteinander abgestimmt werden müssen. Dabei wird die Stadt/Gemeinde bzw. Stadt- / Gemeindeentwicklung als ein Ganzes gesehen und verstanden (Systemansatz). Für die ganze Kommune werden langfristige Ziele (15 bis 25 Jahre) entwickelt, dabei wird eine langfristige Perspektive (bis 2100) zu Grunde gelegt. Dies ist besonders in Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung unabdingbar.

Die Ziele zukunftsfähigen Kommunalmanagements können nur unter Berücksichtigung einer nachhaltigen Finanzwirtschaft verwirklicht werden, welche die zukünftige finanzielle Beweglichkeit einer Kommune gewährleisten. Die Ziele und Maßnahmen einer LNS können nur umgesetzt werden, wenn entsprechende Finanzmittel in den bestehenden Haushalten eingeplant werden oder wenn diese durch andere Akteure umgesetzt und gefördert werden. Im Rahmen einer LNS kann auch Konsens in Bezug auf Kostenoptimierungen gefunden werden.

Die Entwicklung von Zielen sollte auf eine IST-Analyse (Historische Kontext- und Situationsanalyse) und wichtigen Trends, Prognosen, Risiken und Herausforderungen basieren. Die Situations- und Trendanalyse sollte möglichst alle 1 bis 3 Jahre im Rahmen eines Nachhaltigkeitsbericht erneuert werden.

Der Weg zur Zukunftsfähigkeit einer Kommune ist für alle Beteiligten ein kontinuierlicher Lern- und Verbesserungsprozess. Der gesamte Prozess muss professionell gestaltet oder umgestaltet werden. Die Prozessarchitektur muss von Anfang an stimmen. Fehler, verursacht durch unprofessionelle Prozessorganisation können nur sehr schwer korrigiert werden und sind mit erheblichen Ressourcen und Kosten verbunden. Für die Entwicklung eines zukunftsfähigen Kommunalmanagements sind maximal 2 Jahre einzuplanen. Hierzu sollten qualifizierte und erfahrende Berater einbezogen werden.

Ein zentrales Grundprinzip ist das Leitbild der Bürgerkommune, welches sich aus der Notwendigkeit einer aktiven Bürgergesellschaft ergibt. Nur wenn die Kommunen das Potential der bürgerschaftlichen Mitwirkung aktivieren, ist es möglich einen schlanken Staat zu realisieren, der sich auf Kernaufgaben konzentriert. Hierzu ist eine neue Verantwortungskultur der Bürger unverzichtbar.
Eine Möglichkeit ist die beteiligungsorientierte Planung:
Beteiligungsorientierte Planung, insbesondere von Planungs-projekten fand in der Vergangenheit nur aufgrund gesetzlicher Vorgaben statt. In Zukunft ist es sinnvoll, den Bürger frühzeitig und qualifiziert in Planungsprozesse einzubeziehen und deren Sichtweise und Meinungen in die Planung einzubinden (Konsultation).

Der Rat und die Verwaltung einer Kommune haben die Letzt-verantwortung für den Prozeß, das Ergebnis und für die Umsetzung. Der Rat und die Verwaltung müssen hierzu aktiv im Prozeß mitwirken. Es empfiehlt sich den Prozess in der Verwaltung zu verankern und direkt dem Bürgermeister bzw. OB-Referat/Dezernat zuzuordnen. Das Prozessmanagement sollte das Amt für Stadtentwicklung bzw. entsprechenden Einheiten (Lokale Agenda 21 bzw. Stadtmarketing) übernehmen.

Zukunftsfähiges Kommunalmanagement sollte nicht als neues Planungsinstrument verstanden werden, sondern auf bestehenden Instrumenten wie z.B. Stadt- und Gemeindeentwicklung, Lokale Agenda 21, Stadtmarketing und Leitbildprozessen aufbauen bzw. mit diesen verzahnt werden. Wichtig ist auch die Abstimmung und Kohärenz mit anderen kommunalen Planungsprozessen und Fachplänen (z.B. Verkehrsplanung, Sozialplanung, etc.). Dies Abstimmung sollte durch unabhänige und neutrale Moderation unterstützt werden.

Zukunftsfähigkeit kann nicht von oben verordnet werden, sondern der Weg zur Zukunftsfähigkeit muss unter der Beteiligung von Bürgern, Rat, Verwaltung, Unternehmen, Verbänden und Kirchen gefunden werden. Dabei kommt der Bürgerbeteiligung für den Entscheidungsfindungsprozeß eine besondere Rolle zu. Zukunftsfähigkeit setzt Bürgerbeteiligung vorraus. Jede Nachhaltigkeitsstrategie ist nur mit und nicht gegen den Bürger umsetzbar. Die Beteiligung spielt während des ganzen Prozesses eine zentrale Rolle. Die Bürger müssen sich sowohl mit dem Prozess, als auch mit dem spärteren Ergebnis (Leitbild) identifizieren. Zukunftsfähiges Kommunalmanagement kann nur mit allen Bürgern zusammen entwickelt und umgesetzt werden. Es gilt einen breiten Konsens in der Bürgerschaft für die langfristige Vision und für Umsetzungs-projekte zu erreichen. Die Beteiligung sollte einen großen Teil der Bürgerschaft erreichen und aktive Mitwirkungsmöglichkeiten ermöglichen. Hierzu eignen sich z.B. ein Tag der Visionen und Ideenkarten.
Qualifizierte und ergebnisorientierte Bürgerbeteiligung kann nur durch mit dem Gesamtprozess abgestimmten Beteiligungs-verfahren gelingen. Die bisherigen Verfahren ob Planungszelle, Zukunftswerkstatt, etc. sind aus anderen Kontexten entstanden (z.B. Stadtplanung) und hierzu nur begrenzt geeignet. Der Prozess bestimmt die Moderationsverfahren und nicht umgekehrt! Die bestehenden Beteiligungsverfahren und Gremien sollten eingebunden werden.

Die Abstimmung des zukunftsfähigen Kommunalmanagements mit übergeordneten Nachhaltigkeitsstrategien, Zielen und Trends wie z.B. der Bayern Agenda 21, der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und der Nachhaltigkeitsstrategie der EU sind fester Bestandteil.

Der Umsetzungsprozess sollte auf die Zeitdauer der langfristigen Ziele angelegt sein. Zur wirksamen Verankerung muss ein Kommunales Managementsystem aufgebaut werden.
Zentral ist dabei die Entwicklung in einem dynamischen Managementzyklus (Dynamsiche Agenda 21) mit folgenden Grundelementen:
- Indikatoren und Kennzahlbildung
- Nachhaltigkeitsbericht (nach GRI)
- Entscheidungsvorbereitung
- Monitoring und kontinuierliche Nachhaltigkeitsstatistik
- Dynamische Fortschreibung (Ziele und Entwicklungsprogramm)
- Bürgerbeteiligung
- Nachhaltigkeitsprüfung (Orientierung des Stadtrats am Leitbild)
- Netzwerk für die Umsetzung
- Verankerung in die Verwaltung (Projektbüro, Stabstelle, etc.)
In Verbindung mit dem Neuem Steuerungsmodell:
- Budgetierung
- Kontraktmanagement und Zielvereinbarungen
- Benchmarking
- Sustainable Balanced Scorecard
Zur Bündelung der Kräfte und zur Schaffung der Umsetzungsorganisation empfiehlt sich der Aufbau eines eigenen Netzwerks.
Zentral für die Umsetzung ist die Ausrichtung aller Entscheidungen in der Kommune an der Zukunftsfähigkeit, die kontinuierliche Verbesserung des Prozesses und die dynamische Fortschreibung.
- OECD Key principles for strategies for sustainable development 2001
- Aalborg Commitments 2004